Helau! Alaf! Aha! Tadaa, tadaaa, tadaaaaaa! Liebe
Mitleidende, wer dieses kleine, unkaputtbare Textlein namens „Runter vom Sofa“
seit Anbeginn der Zeit (immerhin schon gut 15 Jahre!) nicht zwingend
wohlwollend, aber doch halbwegs aufmerksam verfolgt, der hat vermutlich schon notiert,
dass es sich bei Ihrer Lieblingsautorin um einen veritablen Faschings-Grinch
handelt. Jambo Jambo, Rosenmontag, Nubbelverbrennung – kann mir alles hübsch
gestohlen bleiben. Jedoch trotz intensiver Ursprungsforschung kann ich mir das
selbst nicht so recht erklären, schließlich hab ich doch von Geburt an die
gleiche Faschingsluft geatmet wie der Rest der Stadt, die sich alljährlich aus
heiterem Himmel zur Faschingshochburg erklärt. Was sich primär durch bereits
erwähnte Bäckerei-Auslagen hervortut wie den Umstand, dass am Faschingsdienstag
die Straßen auch nicht anders aussehen als sonst um diese Jahreszeit, in
verborgenen Kellern und hinter verschlossenen Türen, von denen nur
Hardcore-Eingeweihte wissen (z. B. Kindergärten), jedoch alljährlich ein buntes
Treiben passiert. Eine kleine Idee zur Erklärung kam mir unlängst beim Durchblättern
eines digitalen Fotoalbums, in dem sich auch allerlei Beweisfotos meines
frühkindlichen karnevalistischen Dilettantismus‘ fanden: Als Cowboy (mit
fragwürdigem Pullover in pink-gelb-gestreift), Katze (mit dank kaputter
Sicherheitsnadel beständig abfallendem Schwanz), Geisha (jaa ich weiß, aber der
Kimono war wirklich toll) oder Obelix (ein wie „wir“ = die
Erziehungsberechtigten fanden einer Fünftklässlerin absolut angemessenes
Kostüm. Bei der selben Veranstaltung erschienen zwei Klassenkameradinnen als
etwas, das sie mit dem mir bis dato unbekannten Begriff „Nutten“ erklärten und
damit die Stars des Nachmittags waren). Außerdem ein gruseliger Clown mit
(Vaters Schuhen und) einem dicken Bauch (Gästin: „Oh, da ist ja gar kein Kissen
drin!“). Und dann fällt mir lange, lange nichts ein, was mit Kostümierung zu
tun hat, bis zu dem denkwürdigen Tag nach locker 20 Jahren Faschingsabstinenz,
an dem ich zwangsverkleidet zur Biene Maja abkommandiert wurde (die Fotos gibt
es überraschenderweise immer noch in einschlägigen Online-Portalen). Ich bin
der Mensch, wegen dem es diese eine Verkleidungskiste an der Tür gibt, um alle
sich der Motto-Party widersetzenden Gäste hilfsbereit vor Einlass noch
geschwind in irgendeinen müffelnden Fummel zu stopfen. Seit drei Jahren ist das
alles anders. Nämlich, seitdem ich mich in ein aufblasbares Dino-Kostüm
verliebt habe. Mit diesem reite ich als T-Rex-Dompteur durch die Massen des
Gaudiwurms und sammle die mir zufliegenden Herzen ein wie der Pöbel außenrum
Kamelle, werde um Fotos gebeten und bringt Kleinstkinder zum Weinen. Das macht
großen Spaß! In diesem Sinne: Kann sein, wir sehen uns … Nürnberg, roaarr!
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