So richtig glauben kann ich’s ja noch nicht, aber es soll ja angeblich jetzt dann einmal ein bisschen herbstln. Damit einhergehend soll’s dann wohl auch tröpfeln – auf Regen wagt ja kein Mensch mehr zu hoffen. Das bringt, so Petrus will, nicht nur Erleichterung für sowohl Bäume als auch einstürzende Neubauten, sondern alle leidgeplagten Menschen, die sich tagtäglich im sisyphosalen Kampf gegen den weltschlimmsten aller Todfeinde befinden: die Wespe. Ein heimisches Nutztierchen, das im Gegensatz zu einem unheimlichen Schädling dieser Tage überraschend wenig Lobby hat. Weil ich aber finde, dass über Probleminsekten schon genug, mit ihnen selbst aber vergleichsweise wenig gesprochen wurde, möchte ich das ändern. Also. Biene so: „Entschuldigen Sie … Entschuldigung … ich möchte nur kurz … hechelhechel … gar nicht stören … aber ich muss … ächz … noch wirklich sehr viele … Oooooh so eine schöne bunte Blumenwiese, da geh ich doch gl… Menno, schon wieder nur ein Kleid … Also jedenfalls muss ich wirklich heute noch … stöhn … also mindestens … drei Kilo … Ach das ist aber nett, dass Sie mir … saugsaug … ach und … mhmm lecker … schwere Beine hab ich heut wieder … puh … ob das vom Tanzen kommt? … und morgen früh raus … Auf Wiedersehen, dankeschön, schönen Tag noch!“ Hummel so: „Ich … doing … weiß eigentlich gar nicht … rumms … wieso ich eigentlich … dotzdotz … hierhergekommen bin, aber es … huch! … so schönes Wetter und da dachte ich … Verzeihung … ich geh mal kurz … Haaaaaaaaaachz ist das wieder hübsch hier, und diese Blüte … rumms … also nein hoppla, ich meinte gar nicht die auf Ihrem Glas, sondern die … tocktock … nein, die auch nicht, wo hab ich denn nur wieder … boing …. Aaaah da ist sie ja, jipiiieee wie das schön KITZELT in meinem Fell, das macht soooo Spaaaaaß ich könnt mich reeeeeeeeeeinleeg… WUMMS … o nein, schon wieder, vielleicht sollte ich doch besser mal … ooooooooooh da hinten ist es aber auch ganz wundervoll, tschüüüüüüssi!!“ Hornisse so: „Hallohallo, bitte nicht erschrecken, also ich meine, ich SAG ja schon immer lieber ERSTMAL Entschuldigung weil ich weiß ja wie ich … aber in Wahrheit hab ich doch auch nur und wissen Sie mir wäre auch lieber wenn ich so einen Pelz wie die Kollegen aber nein, nichts da, stattdessen kurzsichtig und also verstehen Sie mich nicht falsch aber ich möchte doch auch nur mal schauen dürfen was eigentlich so geboten ist und oooooh das duftet aber köstlich woher kommt das denn … nein … nein … nein, auch falsch, wo hab ich denn … ach da isser ja, der Schinken, entschuldigen Sie, dürfte ich mir bitte einen Ranken davon … den würd ich dann … schabschab … mit nach Hause und den anderen später … ja zefixnochmaleins, jetzt hab ich’s verloren, wo war denn gleich wieder … wo hab ich denn nur …“ Wespe so: „Ich hab Hungerhungerhunger und ooooh wie das überall duftet und einen Durst hab ich beinander und himmelherrgottsakra das ist aber auch ein Überfluss ich weiß gar nicht wohin ich zuerst … und wenn ich halt ein winzigesbisschen besser sehen tät dann müsst ich auch nicht immer … also jetzt lass mich doch einfach einmal durch und ganz in Ruhe … ey … hallo … HALLO! IN RUHE HAB ICH GESAGT KREUZDONNERWETTERNOCHMAL!!“ Zecke so: „Geil, Blut!“ Bremse so: „GEIL! BLUUUT!“ So. Und jetzt ist mal Ruhe mit dem hysterischen Geplärre!
Posts mit dem Label hundstage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label hundstage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 24. August 2018
Freitag, 27. Juli 2018
Hundstage
Heute habe ich leider kein Sofa für euch. Weil nämlich geschafft, mich unter übermenschlicher Kraftanstrengung von diesem herunter- und aus der Wohnung hinausrollen zu lassen. Das war gar nicht so einfach, weil es herrscht nämlich ein Druck. Ein Unterdruck, um genau zu sein. Aufgrund des Temperaturunterschiedes von mindestens 20 Grad Celius zwischen dem Inneren der Wohnung und dem Außenrum entstand vor einigen Tagen eine Art Luftschleuse. Wann immer ich die Tür öffne um durch diese hinaus in die Hundstage zu treten, erfasst mich ein gewaltiger Sog, der mich sogleich rückwärts in die Wohnung zurücksaugt. Dort bleibe ich entweder gleich auf dem Boden liegen und versuche mich zu erholen, schaffe es gelegentlich, mich auf die Couch zu robben oder, besonders anstrengend, mit einem Umweg über die Küche, wo ich in mühsamen Eichhörnchenetappen die untere Schublade des Gefrierfachs herausziehe, um anschließend in der so entstandenen Lücke meinen kochenden Kopf sanft aufs Eis zu legen und ein bisschen vor mich hin zu atmen, während um mich herum die Suppen vom Herbst und das ein oder andere Fischfilet sich anschicken, mich mit erfrischendem Nass zu umgeben, das leider über kurz oder lang von meinem fiebrigen Körper tauchsiedergleich zu köcheln beginnt, so dass ich mich dann feucht und dampfend erheben und hinüber ins Bett glitschen muss, um dort vergeblich auf das physikalische Wunder der Verdunstungskälte zu hoffen. Die setzt jedenfalls nicht ein, wenn man nach 100 Metern energieraubenden Fahrradfahrens zum Beispiel in eine Parkanlage vom Gefährt plumpst um sogleich in einem ganz individuellen Treibhauseffekt in sich selbst baden gehen zu können, was bewirkt, dass man auch im Park weder sitzen noch liegen, sondern einem hitzewarnenden Andreaskreuz gleich mit weit von sich gestreckten Extremitäten auf Zehenspitzen stehen muss, um so wenig Berührungspunkte wie möglich zu produzieren, auch nicht mit sich selbst, ja sogar sich selber einen Blick zuzuwerfen löst eine Schweißflut aus. Es handelt sich also nicht um eine Vogelscheuche, die ihr gelegentlich auf den Strohfeldern der Stadt erspähen könnt, sondern nur um mich. In meinem Arbeitszimmer herrschen aktuell knapp 27 Grad um halb zehn am Vormittag, und das ist folgerichtig kein Zeichen für das Frühstückchen, sondern Anlass, sich aus dem Raum zu entfernen, bevor die Sonne rum- und reinkommt. Ich schnüre jetzt also mein Bündel und beame mich in eine öffentliche Badeanstalt, um dort mein Transpirat mit dem vieler anderer dampfender Menschen zu vereinen und so zu einer gesellschaftlichen Harmonie beizutragen. Diesen harmonischen Zustand gedenke ich am ba(r)denden Wochenende im Speziellen und weit darüber hinaus im Allgemein beizubehalten. Ich kann nur hoffen, dass ihr das auch macht. So. Trinken, trinken, trinken, Brunnen sind zum Planschen da, und wenn jemand Durst habt, gebt ihm Wasser. Viel Spaß!
Abonnieren
Posts (Atom)